Schweizer Literatur

Aktuelle Schweizer Autoren
 

Meta





 

Archiv

War das Caprices auch was für Deutschschweizer?

War das Caprices auch was für Deutschschweizer?
 Zwar gehen laut einer neusten Umfrage Deutschschweizer nur einmal pro Jahr in die Romandie, aber wer Ende Winter noch was erleben will, muss ans Zermatt unplugged, an den Genfer Autosalon oder zum Caprices-Festival. Letztes findet auf 1500 m in Cran Montana statt, einem Ort, wo die Aussicht über die Alpenkette grandios ist und die Betonbauten hässlich. Zur 10. Ausgabe wurde das Festival massiv auch in der Deutschschweiz beworben und zog sogar Appenzeller an zwischen dem 8.-16. März. Doch ob die angepeilten Zuschauer von 70 000 erreicht wurden, war nach dem ersten Wochenende fraglich, trat doch der US-Rapper Nas vor einer halbleeren Halle auf. Er kam zusammen mit einem DJ, Schlagzeuger, der auch sang nur zu dritt auf grosse Bühne und rappte gleich los, merkte aber bald, dass das selbst für einen Meister des Sprechgesang längerfristig vor Leuten, die wenig verstanden, schwierig würde. Erst als Nas zusätzlich im Hintergrund als reicher Familienvater und das Leben seines geliebten New Yorks auf Grosslandwand erschein und er nur quasi den Soundtrack rappte, kam Stimmung auf. Der sichtlich erschlankte Amerikaner, dessen Debut “IImatic” bis heute als Meilenstein der Hiop-Hop Musik gilt, hatte das gleiche Problem wie viele andere Musiker des Festivals wie Tori Amos, Alice Cooper, Portishead oder Peter Doherty. Zwar haben sie aktuelle Platten vorzuweisen, aber ihre Erfolge in der Hitparade liegen Jahre zurück und das junge Publikum kannte sie zu wenig. So feierten die Oberwalliserjugend sich selber mit einem Joint, einer Bierschwemme und Handyfotos machen. Fatboy Slim, ein 49 Jahre alter DJ aus London machte das einzig Richtige, Platten abspielen und zum tanzen animieren bei Minustemperaturen. Musikalisch war Sophie Hunger als Berner Sängerin wieder Weltformat und der mit dem kürzesten Hinweg Célien Schneider aus Sion gab nach einer kurzen Fahrt mit der Zahnradbahn ein würdigen Einstieg als Singer/Songwriter auf den Spuren von Bastien Baker. Zu bemängeln war sicher der schlechte öffentliche Verkehr durch den Abend und auch ein Festival im Winter versinkt bald mal im Dreck, besser gesagt Schneematsch. Doch für junge Bands aus dem Welschen gab es auf der “i Love Live”- Bühne eine tolle Möglichkeit sich einem grösseren Publikum zu zeigen und dieses Zelt war immer voll.