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Milena Moser : Süchtig nach Schreiben

Wenn momentan der deutsche Literaturbetrieb vorallem über den Schweizer Autoren Martin Sutter schreibt, ist ihm Milena Moser dicht auf den Spuren ebenso erfolgreich zu sein. Ihr 14. Roman “Möchtegern” (Nagel & Kimche)  ist die Gesichte einer bekannte Schriftstellerin Mimosa Mein, die viele Jahre zurückgezogen auf dem Land lebte. Sie tritt wieder vor die Öffentlichkeit als Jurorin einer Castingshow. Dort wird sie mit den Lebensgeschichten von Menschen konfrontiert, die buchstäblich alles riskieren, um berühmt zu werden. Und Mimosa Mein riskiert fast alles, um ihnen dabei zu helfen.
Das Thema Ruhm und ihre Hintermänner, aktuell durch die vielen Castingsshow im Fernsehen, aus der Sicht einer Frau erzählt, ist ein typischer Milena Moser Stoff. Die Zürcherin und Mutter zweier Söhne hat sich seit ihrer Erstveröffentlichung Die Putzfraueninsel. Roman. Krösus, Zürich 1991, spezialisiert auf die Freuden und Tücken des Frauenalltages und -lebens. Sie jongliert mit ihrem Schreibstil mit den Konventionen und Klischees einer Frau, setzt Lustiges und Trauriges nebeneinander und hat ein Faible für Pointen, die über einen Gag hinausreichen.
Milena Moser lebt heute nach ihrer Rückkehr aus San Francisco in Möriken, einem beschaulichen Ort im Kanton Aargau. Geboren wurde sie vor 46 Jahren als Tochter der Psychologin Marlis Pörtner und des Schriftstellers Paul Pörtner in Zürich. Bereits mit acht Jahren schreib sie Geschichten und wollte im Leben nur eins: Schreiben. Deshalb erstaunt es umso mehr, dass sie nicht studierte sondern eine Buchhändlerlehre absolvierte und für das Schweizer Radio schrieb. Leider waren die 80er Jahre keine Zeit für Experimente im Buchbetrieb. Moser fand keinen Verleger ihrer flippigen Stoffe. So gründete sie kurzerhand ihren eigenen Verlag Krösus. Schon bei Die Putzfraueninsel mit seinem Inhalt von einer jungen Putzfrau, die mit ihrem beim Wischen und Schrubben erworbenen Insider-Wissen eine verlogene Musterfamilie enttarnt und dadurch die Karriere einer fiesen Lokalpolitikerin kippt und eine bedrohte Schwiegermutter rettet, sich danach mit ihrer neuen Freundin Nelly einem Urlaub auf der Insel Mallorca  gönnt und hat Affären, verstand es Milena Moser, kleine Leute literarisch interessant zu machen. Der Stoff wurde verfilmt fürs Kino von Peter Timm.
Milena Moser sagt, dass sie das Schreiben als eine Vorsetzung des Lebens ansieht, es sie glücklich macht, überdrehte Typinnen darzustellen, die aber beim zweiten Blick auch viel Durchschnittliches aufweisen, ein Herz haben und Frauenpower wie im 2005 erschienen ” Das Schlampenbuch. Erzählungen. Krösus, Zürich 1992 besitzen
Hier zahlen es die Frauen niederträchtigen Liebhabern und verlogenen Showmastern heim; sie treiben in Boutiquen, Fitneß-Studios und Straßenbahnen finstere Dinge; sie spielen gnadenlos mit Messer, Schere, Gift.
Einen Wendepunkt im Leben Milena Moser war ihr achtjähriger Aufenthalt in Amerika. Hier war sie vor allem Mutter, ginge eine zweite Ehe mit dem Fotografen Thomas Kern ein und entdeckte das Lehren des creative writing. Zurück in der Schweiz hat sich ihre “Schreibschule” zusammen mit der Theaterautorin Sibylle Berg zum Anziehungspunkt für Schreibtalente aus dem ganzen Land entwickelt. Ihre Erfolg als Schreibkurslehrerin gibt Milena Moser auch an Schulen in Aarau weiter, wenn sie nicht an Lesungen mit mehrheitlich weiblichen Publikum vorliest. www.milenamoser.com

2.4.10 18:43

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