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1476- die Schlacht für eine freie Schweiz als Openairtheater

Primar- und Sekundarschüler von Murten feiern jeweils am 21.Juni mit der Solentität den Gedanktag an die Murtenschlacht. Was mag sich wohl in den Stunden zuvor erreignet haben, fragt sich auch mancher Erwachsener beim Gang durch die historische Ringmauer? Eine Antwort aus wahren und fiktiven Handlungen liefert nun das Openair-Theater 1476 unweit des Bodenmünsi, dem Hügel, wo die Schlacht vor 600 Jahren stattfand, 150 Minuten dauerte und nun bis zu 1250 Zuschauer pro Abend gleichlang dem Ringen um Freiheit der Eidgenossen unter der Führung von Adrian von Bubenberg gegen Karl den Kühnen zuschauen können. Was zu Beginn rasant ist und leider in Hochdeutsch gesprochen, verliert im zweiten Akt, den Stunden vor der Schlacht an Spannung. Die Ungewissheit, die Angst der Murtner kommt nicht recht rüber. Sie werden als einfältig, überfordert, komisch dargestellt. Marc Dietrich (Popgruppe Peter, Sue und Marc) ist dabei lustig und als einer der wenigen Schweizer Darsteller, bringt er einige Lacher in die ernsten Stunden. Doch erst die Schlacht in Zeitlupe und mit Jael, Exsänger von Lunik, die diesen Sieg der Schweizer über die Habsburger gesanglich schildert, hat der Regisseur eine neue Idee gehabt, Bekanntes, die Schlacht, anders darzustellen. Leider fehlt dann die Szene vom Läufer, der mit dem Lindenzweig nach Freiburg spingt und den Sieg verkündet. Heute ist der Murtenlauf im Oktober jeweils ein Gedenken daran.

Unter dem Strich ist 1476 zwar ein unterhaltsames Geschichtsstück, das es sich lohnt anzuschauen, aber nur, wenn man nicht zu detailbesessen ist und als Murtner an diese Schlacht herangeht, die die Schweiz ein wenig freier machte. Eine Verbeugung vor den Toten der Schlacht bei Murten ist 1476 aber allemal.

 

9.6.14 16:54

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